Schild Farmerhaus

Eigentlich gehört das Farmerhaus  in Groß-Umstadt nicht wirklich in diese Rubrik – denn ein Preis-Leistungssieger ist das südafrikanische Restaurant für mich nicht. Letztlich alles ein bisschen zu teuer, die Gerichte, wenn man á la carte bestellt, die offenen Weine, deren Qualität nicht überzeugen. Warum ich das Restaurant trotzdem vorstelle? Der Rand des Odenwalds ist nicht die Frankfurter Innenstadt. Schön, dass in dieser Gegend auch mal jemand das Besondere wagt.

Keine Scheu vor opulenter Deko

Das Farmerhaus liegt am Rande von Groß-Umstadt am Hang und inmitten von Weinbergen. Die großzügige Anlage bietet auch sehr schöne Außenbereiche, man kann im Sommer direkt in der Nähe der Reben speisen. Das Farmerhaus bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten in diversen Lodges an. Ein Gastraum zumindest wirkt auf mich etwas opulent überladen mit dem üblichen Kunsthandwerkkitsch. Ein Raum ist mit präparierten Tieren oder Teilen dieser ausgestattet – also bitte vorher gut überlegen, ob es für Sie angenehm ist, direkt neben einem ausgestopften Löwen zu speisen.

Farmerhaus EingangDie afrikanische Musik in den Gasträumen ist von der Lautstärke her passend und nicht aufdringlich.  Der Service war gut, vielleicht eine Person zu wenig, die ein Auge auf die gefüllten oder eben nicht mehr gefüllten Gläser hat und nachschenkt. Der Gastgeber war außerordentlich freundlich – man fühlt sich willkommen.

Zebra, Krokodil und Gazelle

Handwerklich gibt es bei den Gerichten nichts zu bemängeln, vielleicht hatte ein Couscous eine etwas zu starke Curry-Note? Nun denn. Ich war sehr zufrieden mit meinem Gazellenauflauf sowie der Etosha-Pfanne mit Zebra und gegrilltem Bärenkrebs. Leider waren das nur zwei Gäbelchen voll, aber der Eindruck war nachhaltig! Eine weitere Entdeckung war für mich das „Sambesi-Wasser“ mit Buchu-Brandy – kräuterig, trocken, etwas bitter, ein bisschen süß – perfekt!

Fazit: Wahrscheinlich gibt es bessere südafrikanische Restaurants. Wer sich aber in dieser Gegend etwas Besonderes gönnen will, könnte trotzdem auf seine Kosten kommen – und wer weiß – wird vielleicht ja ein Fan.

Farmerhaus Schild