Beim Weingut Schauf seit 1972 im Programm

Winzer Peter Schauf besitzt deutschlandweit den einzigen Weinberg mit Muscabona-Trauben

Der Name ist klingend und sprechend: Muscabona. Ein guter Muskateller? Wenn man seine Nase in Richtung Glas bewegt, entströmt diesem zumindest ein solcher Duft. Aber da ist noch mehr und dass es sich beim Muscabona mitnichten um eine Muskateller-Kreuzung handelt, zeigt sich auf der Zunge: Viel Aprikose, dabei eine frische Säure und hinten am Gaumen bleiben ein klein wenig Bitterstoffe, die einen guten Ausgleich zur vordergründigen Fruchtbombe bringen. Zumindest ist das so beim mit neun Gramm Restzucker gerade noch trocken ausgebauten Muscabona, den der rheinhessische Winzer Peter Schauf aus Guntersblum in diesem Jahr zum ersten Mal im Programm hat.

Den lieblichen Muscabona gibt es bei Schauf seit 1972 – und zwar durchgängig bis zum heutigen Zeitpunkt. Warum muss man das betonen? Damals hatten Schaufs Eltern, gemeinsam mit sieben weiteren Winzern, Muscabona-Rebstöcke aus der Versuchsanstalt in Würzburg zum Versuchsanbau erhalten.  Die anderen Winzer gaben ihre Pflanzungen aber schnell auf und so blieb der Guntersblumer Muscabona-Weinberg bis heute der Einzige in ganz Deutschland.

Große Publicity hatte Schauf mit seinem Alleinstellungsmerkmal bisher nicht und online findet man mehrfach zum Muscabona die Aussage, dass keine Pflanzung in Deutschland bekannt sei. „Wir haben den Wein nicht weiter beworben und verkaufen viel ab Hof und in die Gastronomie. Der Muscabona hat auch so seine Liebhaber gefunden“, sagt Peter Schauf nicht ganz ohne Stolz. Muscabona, ebenso wie die weitaus bekanntere Rebsorte Ortega,  wurde schon 1948 aus Siegerrebe und Müller-Thurgau gezüchtet und zeigt sich als Diva. Hohe Anforderungen an Boden und Standort, eine Neigung zur Verrieselung, zur Rebkrankheit  Chlorose und generell wenig Ertrag, sind laut Schauf die Aufgaben oder Schwierigkeiten, die man mit Muscabona bewältigen muss.  Für den Winzer ist das jedoch mehr Herausforderung als Abschreckung: Seine Rebstöcke hat er mittlerweile selbst um rund ein Drittel auf nun insgesamt rund drei Hektar vermehrt und veredelt. Die Schwankungen im Ertrag bleiben aber erheblich: „Zwischen 5000 und 15000 Liter ist die jährliche Spannbreite“, erklärt Schauf.  

Muscabona erhält ihre Muskatnote durch die Siegerrebe, in der wiederum Gewürztraminer ein Kreuzungspartner ist. Die Verfeinerung erfährt sie dann durch den Müller-Thurgau.“Muscabona und Siegerrebe – da ist die Tochter schöner als die Mutter“, meint der Winzer. Bei der Entscheidung für die Bouquet-Rebsorte hatte schon für Schaufs Eltern die Qualität des  Muscabona mit den kräftigen Traubenaromen Vorrang vor dem Ertrag. Diese Linie verfolgt Peter Schauf in seinem Familienbetrieb, in dem mit Sohn und Jungwinzer Ulrich schon die nächste Generation in den Startlöchern steht, konsequent weiter. „Wir wollen den Anbau von Muscabona weiter forcieren. Die positiven Rückmeldungen der Weinliebhaber sind uns da ein Ansporn, so Schauf.

Redaktionell verändert veröffentlicht am 13. April 2019 im Darmstädter Echo, Südhessen genießen – Weinschmecker.