Ihr weihnachtliches Festessen haben Sie sicher schon geplant. Wenn Sie bei der Weinauswahl zu Ihren Gerichten noch zaudern, gibt es jetzt noch schnell wertvolle Tipps vom Profi. Ole Taplik unterstützt seit 2015 seinen Vater in der Darmstädter Weinhandlung „Bernds Weinquelle“. Mit seiner Winzer-Ausbildung und einem Studium der Internationalen Weinwirtschaft in Geisenheim als Hintergrund, berät er Kunden und organisiert Events.

Die Weihnachtsgans mit dem „Kick“

Gänsekeule

Der „Kick“ zur Gans ist ein kraftvoller Riesling

Ganz oben auf der Weihnachtsspeiseliste steht natürlich die Gans mit Rotkohl. Und zu diesem Weihnachtsklassiker hat Ole Taplik gleich zwei Tipps parat: „Zur Weihnachtsgans kann man prima variieren. Entweder entscheidet man sich für eine harmonische Ergänzung oder für den „Kick““. Eine hervorragende Ergänzung zu einer dunklen Soße sei ein kräftiger Rotwein mit dezentem Holzfasseinsatz, meint Taplik. Und der Kick? „Den Kick, der die Kombination Gans und Wein interessant macht, bekommt man mit einem vollen, dichten Riesling, einem, der eine nicht so starke Säure hat.“

Auch Wildgerichte aus Reh oder Hirsch sind zu Weihnachten beliebt. Ein Rotwein passt da sicher, aber kann es der gleiche sein, den man zur Gans nehmen würde? „Eher nicht“, meint Taplik. „Diese Wildgerichte verlangen nach einem filigraneren Rotwein.“ Das könne ein Pinot Noir aus dem Burgund sein oder ein eleganter deutscher Spätburgunder, erklärt er. „Wenn der Wein dann noch leicht vom Holz geküsst wurde, ist das der der optimale Wein für Wild“.

Sauerbraten

Für den Sauerbraten bitte keine Säure mehr!

Neben den eher feinen Gerichten gehört ein Sauerbraten mit Klößen eher in die deftige Kategorie. Und natürlich hat Ole Taplik auch für ein solch intensives Gericht einen Weintipp parat. Seine Wahl fällt auf einen trockenen Primitivo aus Apulien. Warum? „Die Weine sind würzig und setzen so einen Kontrapunkt zum Sauerbraten“, so Taplik. Gerbstoffreiche und säurelastige Weine seien hier Tabu, da sich Säure potenziere, erklärt er.

Muskateller passt gut zu Vegetarischem

Muskateller von Simon-Bürkle

Bei Fischliebhabern ist der Weihnachtskarpfen zu Heiligabend die bevorzugte Speise. Zu allen Zubereitungsarten passt ein frischer Wein, ist Taplik überzeugt. „Ein Chablis, die frische Variante eines Chardonnay, passt gut oder ein Grauburgunder.“ Vegetariern empfiehlt der Weinkenner eine weiße Rebsorte, die sich „nicht mit den vegetabilen Noten beißt“. „Eine trocken ausgebaute Aromarebsorte wäre hier prima, ein würziger Muskateller beispielsweise – das Zwingenberger Weingut Simon-Bürkle hat so einen“, rät Taplik.

Die Königsdisziplin des Foodpairings aber dürfte das ultimative deutsche Weihnachtsgericht sein: Würstchen mit Kartoffelsalat. Was geht da außer Bier? Doch für Taplik ist das gar keine so große Herausforderung: „ In unserer Familie ist das auch das Traditionsgericht zu Weihnachten. Das einfache Gericht steht bei uns jedes Jahr auf dem Tisch und zwar gemeinsam mit einem Muscadet von der Loire.“