Garten des Weinguts Fogt

Vor kurzem konnte ich zwei sehr schöne Weine des Weinguts Fogt aus Badenheim probieren.  Da kam die Jahrgangspräsentation des Weinguts  (vom 25.-28.05.2017) gerade recht, um auf Entdeckungsreise zu gehen.

Garten im Weingut FogtDas Fogt’sche Anwesen liegt am Rande von Badenheim, die nette Vinothek und der schöne Garten waren genauso einladend wie die zuvorkommenden, sehr freundlichen Gastgeber.

Das Küchenteam eines nahen Restaurants sorgte für hervorragende Speisen – die Gemüsequiche und die Maultaschen mit Zwiebelschmelz waren einfach zu lecker.

Kooperation mit Cornelia Poletto

Dass Fogts generell Wert auf gute Speisen zu ihren Weinen legen, sieht man auch an ihrer Kooperationspartnerin Cornelia Poletto. Seit 2011 besteht die Zusammenarbeit mit der aus dem TV bekannten Köchin, die in Hamburg ihr Restaurant hat. Ein Grauburgunder von Fogt ist ständig auf der Karte, zuletzt hat sie als Special ein 5-Gänge-Menü mit jeweils korrespondierenden Fogt-Weinen serviert.

„Mut“ zur Säure

Vinothek KOST_BAR bei FogtNun aber zu den Weinen: In der KOST_BAR, so nennen die Fogts ihre Vinothek, stand der gesamte Jahrgang zur Verkostung bereit. Los ging es für mich zunächst mit den Literflaschen und weiteren Basisweinen.

Das war dann gleich die erste Überraschung: Sämtliche Literweine und viele der Basisweine waren extrem sauer. Die Säure war so dominant, adstringierend, dass ein weiterer Schluck für mich nicht nötig war. Gault&Millau hatte den trockenen 2013er Riesling in der Literflasche noch im Jahr 2015 zum Spitzenreiter in der Kategorie Literwein gekürt. Was ist passiert?

Die Fogts sprechen auf ihrer Webseite von ihren Weinen als „ausgewogen“ und „immer harmonisch“. Dem kann ich so gar nicht zustimmen. Vielleicht ist nur der Jahrgang 2016 bei einigen Weinen so extrem unausgewogen und säurelastig geworden? Die vorangegangenen Jahrgänge kenne ich leider nicht.

Das Mittelfeld

Einfach, typisch und harmonisch präsentierten sich dafür etwa die Rieslinge „Steinmeer“, „Schelmenstück“ und der feinherbe Riesling vom Muschelkalk. Weißer und grauer Burgunder, sowie Chardonnay sind für mich ebenfalls gute Standardweine. Der Riesling „Wöllsteiner Äffchen“, der mit den „Werten eines großes Gewächses“ angepriesen wird, ist für mich definitiv zu hoch bewertet. 

Exzellent: Scheurebe und Blanc de Noir

Fogt ScheurebeGanz anders hingegen meine Bekannten, die Siefersheimer Scheurebe trocken und der Spätburgunder Blanc de Noir.  Kräftig, wirklich harmonisch, ausgewogen, fruchtig. Mit „Piggy“, der seit 2013 im Programm ist, haben die Fogts einen ausgesprochenen Sommerwein kreiert.

Die Weißweine im Barrique empfand ich noch als sehr ausgewogen, Rotweine und restsüße Weine habe ich nicht getestet. Wirklich spannend war der Blanc de Blanc Reserve. Äußerst interessante Aromen sage ich nur.

Gemischtes Fazit

Weingut FogtMit diversen Weinkartons und gemischten Gefühlen habe ich mich vom Weingut Fogt verabschiedet. Unausgewogene, unharmonische Weine stehen da neben schönen Standardweinen und auch dem ein oder anderen Wein mit Wow-Effekt. Ich denke, hier muss sich jede/r selbst ein Bild machen und den Fogts einen Besuch abstatten. Die Siefersheimer Scheurebe, der Blanc de Noir und der Blanc de Blanc bleiben auf jeden Fall meine Lieblinge.