Fassdaubenban k im Weinberg der 13Reben

Wie Öko-Winzer Dieter König in Stein und Wein Schönheit schafft

13Reben heißt das kleine, von Dieter König bewirtschaftete Weingut in Dossenheim an der Badischen Bergstraße. Aber etwas mehr als 13 Rebstöcke sind es nun doch, die in der Steillage Dossenheimer Ölberg auf Löss mit Porphyr-Verwitterungen gedeihen. Seit 2008 baut Dieter König, dessen weiteres Steckenpferd die Bildhauerei ist, im Nebenerwerb hier Wein an. Ursprünglich aus Westfalen stammend, hatte er lange nichts mit Wein zu tun. „Es gab Bier und ab und zu ein süßes Moseltröpfchen“, gesteht er. „Erst nach meinem Umzug hierher habe ich gelernt, wie gut doch Wein sein kann. Der Wunsch, selbst eine kleine Parzelle zu bearbeiten, kam bald auf – und erfüllte sich dann schneller als gedacht.“

Winzer Dieter König im Weinberg der 13reben

Dieter König im Weinberg der 13Reben

Aus den zunächst wenigen Reihen sind jetzt 0,3 Hektar geworden. „Die verwilderten Stücke neben meinem Weinberg habe ich nach und nach wieder erschlossen und neu bepflanzt“, sagt König. Die Rebsorten Johanniter, Muscaris und Riesling vereint er zu einer frischen Cuvée, hat noch einen Chardonnay und als Rotwein eine Cuvée aus Spätburgunder, Merlot und Cabernet Sauvignon im Angebot. „Viel ist es nicht, aber 1.000 Flaschen im Jahr produziere ich in den kleinen Tanks im Keller meines Wohnhauses. Der Rotwein bleibt zum Teil bis zu einem Jahr im Barrique-Fass“, erzählt er. Alle Kenntnisse über den Weinbau hat sich König autodidaktisch in Kursen angeeignet. Der Beratungsdienst ökologischer Weinbau, der auch Weinbergsbegehungen für Winzer anbietet, sei sehr wichtig gewesen, ebenso wie die tatkräftige Hilfe von Winzerkollegen, betont er.

Ausdrucksform Skulptur

Skulptur "Familie" von Dieter König

Skulptur „Familie“

Vor drei Jahren hat König begonnen, seine Weine zur Qualitätsweinprüfung anzustellen. Davor seien die Mengen zu gering gewesen und die Qualität habe noch nicht gestimmt. „Die ersten Jahrgänge habe ich selbst trinken müssen“, meint er lachend. „Aber die Entwicklung geht immer weiter – dieses Jahr gebe ich zum ersten Mal einen Teil meines Johanniters und meines Rieslings zur Versektung“. Die Vermarktung der Weine läuft über Veranstaltungen im Ort und über seine Website, auf der er auch seine Skulpturen anbietet. Dieter König ist Mitinhaber eines Weiterbildungsinstituts im sozialen Gesundheitsbereich. Er habe aber noch nach einer „anderen Ausdrucksform“ gesucht und sei so vor 25 Jahren zur Bildhauerei gekommen. Speckstein, Kalkstein oder Holz sind die Materialien, aus denen er seine kleinen Skulpturen erschafft. Diese stehen allesamt in seiner Wohnung und auf dem Hof verteilt. „Derzeit werden eine oder zwei Skulpturen pro Jahr fertig. Manchmal muss man auf die richtige Idee auch ein bisschen warten“, verrät er.

Mehr Projekte sind in Planung

Die künstlerischen Etiketten der 13Reben

Wein und Kunst – das passt gut zusammen

Eine ökologische Arbeitsweise, Handarbeit und Schönheit sind für Dieter König wichtige Faktoren, die er zu verbinden sucht. So finden sich manche seiner Skulpturen auf den Etiketten seiner Weine wieder und in einem seiner Wingertshäuschen hat er sich jetzt sogar eine Werkstatt eingerichtet. Auch im Weinberg selbst ist die Gestaltung geglückt: Zwischen den Rebreihen wächst duftiger Lavendel, Bäume, Sträucher und Freiflächen lockern das Bild auf, kleine Natursteinmauern mit Kräutern umgeben ein Wingertshäuschen mit Grillplatz und in exponierter Lage hat man auf einer Bank aus Fassdauben einen wunderbaren Weitblick in die Landschaft. Das dritte Häuschen im Weinberg soll im Sommer der Ort für ein Outdoor-Kunstprojekt werden. „Das ist noch in Planung und vielleicht gibt es dazu einen kleinen Weinausschank.“

Weinberg der 13Reben

Zwischen den Rebstöcken

Redaktionell verändert veröffentlicht am 02.06.2018  im Darmstädter Echo in der Rubrik „Südhessen genießen – Weinschmecker“