Charta-Cuvée des Weinguts Rosenhof

Sie haben schon lange nichts mehr von der Weißburgunder Charta gehört? Oder noch gar nicht? Das ist schade, aber auch kein Wunder, denn auf der allgemeinen Informationsebene hat die im April 2015 gegründete Winzervereinigung durchaus noch Defizite. Das bestätigt mir auch Winzer und Charta-Gründungsmitglied Matthias Schmidt vom Rosenhof aus Ladenburg an der Badischen Bergstraße und erklärt: „Unsere Aktionen werden auf lokaler Ebene so gut angenommen, dass wir auch Online sehr wenig gemacht haben – das soll sich aber ändern und gerade in diesem Jahr haben wir mit bereits sechs Veranstaltungen schon ein sehr gutes Programm.“

Winzer Matthias Schmidt
Winzer Matthias Schmidt

Die „Weiße Burgunder Charta“ ist ein Zusammenschluss von 14 Weingütern aus dem Kraichgau und der Badischen Bergstraße. Man sieht sich hier als Kernregion für Burgunderrebsorten und besonders für den Weißen Burgunder, der schon im Mittelalter durch verschiedene Klöster in der Region heimisch gemacht wurde. Die Charta will nun der immer beliebter werdenden Rebsorte weiter Auftrieb verleihen und setzt auf Qualität. „Die Prämisse für einen Charta-Weißburgunder ist Ertragsreduzierung, aber jeder Winzer sucht selbst aus, aus welchem Weinberg sein Charta-Wein kommt und verleiht ihm die eigene Handschrift“, erklärt Schmidt. Zu den Mitgliedern der Vereinigung gehören so bekannte Namen wie das Weingut Burg Ravensburg oder das Weingut Seeger aus Leimen. Schmidt selbst, dessen Weinberge in Schriesheim liegen, wurde 2015 von der Fachzeitschrift „Selection“ zum besten Jungwinzer der Weinregion Baden gekürt.

„Die regionalen Veranstaltungen sind für mich wichtig, denn die Menschen kommen daraufhin gezielt zu mir auf den Hof. Wir starten in diesem Jahr im April mit der Langen Einkaufsnacht in Heidelberg und haben einen besonderen Höhepunkt im Sommer, den Weißburgunder-Gipfel“, freut sich Schmidt. Der „Internationale Weißburgunder Gipfel“ mit Symposien, Genuss-Abend und Weißburgunderpräsentation wurde bisher in Österreich von Winzern aus der Steiermark ausgerichtet. Am 12. und 13. Juli 2019 ist die „Weiße Burgunder Charta“ erstmals Gipfel-Gastgeber für Weinliebhaber und Weinprofis in Tiefenbach und Leimen.

Im Rosenhof gibt’s nicht nur Weißburgunder

Wie wichtig die Winzervereinigung für Schmidt abseits der Events ist, zeigt sich durch seine tief empfundene Aussage: “Ich möchte die Charta niemals missen.“ Schmidt, der sein Weingut alleine betreibt, sagt, er habe nicht nur tolle Kollegen gefunden, sondern auch echte neue Freunde: „Wir tauschen uns aus über alles vom Klima bis zu Kellerproblemen, wir helfen einander und feiern auch gemeinsam.“ Für die Zukunft ist geplant, noch weitere Mitglieder für die Weißburgunder Charta zu gewinnen und Schmidt selbst würde gerne weitere Weißburgunder-Weinberge zukaufen: „Bisher sind meine vier Hektar Rebfläche zu 70% mit Burgunderreben und davon zu 15% mit Weißburgunder bestückt. Das darf noch mehr werden“, erklärt er.

Redaktionell verändert veröffentlicht im Darmstädter Echo vom 02.03.2019, Südhessen genießen – Weinschmecker