Edith Steinmetz verkauft den Wein ihres Sohnes perfekt

Über die Weine vom Weingut Günther Steinmetz, für die mittlerweile Stefan Steinmetz verantwortlich zeichnet, muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Im Vorfeld meiner Moseltour hatte ich die aktuelle Weinpreisliste angefordert, auf denen die Weine im höheren Preissegment alle schon ausverkauft waren. Die neuen Weine waren noch nicht gefüllt. Für mich war es schon länger her, dass ich Steinmetz-Weine getrunken habe, also hieß es: langsam von unten nach oben tasten. Wie sich herausstellte, war das aber eine ganz leichte Übung. Für vier Kisten Wein war im Kofferraum noch Platz, von den vier getesteten Weinen kam jeweils ein Kistchen mit.

Das Weingut ist in einem Eckhaus an der Brauneberger Hauptstraße, der Moselweinstraße, untergebracht. Im Haus befindet sich ein kleiner Probenraum, eine Stube, völlig unprätentiös. Nix da mit moderner Vinothek, die von einem hippen Architekten entworfen wurde. In der Bescheidenheit des Auftritts erinnerte mich das ein bisschen an Martin Müllen in Traben-Trarbach. Schön, dass es inmitten der manchmal überdimensionierten Paläste, in einem Spitzenbetrieb auch noch so einfach geht.

Edith Steinmetz hat uns die Weine präsentiert und zwar perfekt. Sie war so umsichtig, eine neue Flasche zu öffnen, wenn sie nicht mehr sicher war, wie lange denn die jeweilige Flasche schon offen war und hatte die Weine in der perfekten Trinktemperatur bereitstehen. Beides ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Ich kann gar nicht sagen, wie häufig ich schon in den unterschiedlichsten Weingütern Wein bekommen habe, der schon viel zu lange offen war und damit dann auch nicht mehr geeignet, den Wein tatsächlich zu repräsentieren. Man nimmt dann auf Verdacht doch verschiedene Weine mit und weiß erst, wenn man zuhause testet, was man eigentlich gekauft hat. Wirklich sinnhaft sind solche Weinproben im Betrieb dann nicht. Nun, bei Steinmetz‘ war es anders.

  • Brauneberger Riesling, trocken, 2018 – 8,50 Euro
  • Riesling Alte Reben, trocken, 2015 – 12,50 Euro
  • Pinot Gris, maischevergoren, 2016 – 12,50 Euro
  • Pinot Blanc, maischevergoren, 2016 – 12,50 Euro

Was wir dann beim Öffnen der Falschen zuhause festgestellt haben, alle Weine brauchen ordentlich Luft. Ich empfehle, die Flaschen schon Stunden vor dem Trinken, zu dekantieren. Neben den beiden Basisrieslingen, die wir mitgenommen haben, waren wir von dem maischevergorenen Weiß- und Grauburgunder sehr angetan.